Bezirksapostel und Apostel Europas beraten gemeinsame Zukunftsfragen

Die deutschsprachigen Gebietskirchen wollen enger zusammenarbeiten. Das erklärten die Bezirksapostel aus Europa bei ihrer Versammlung mit Stammapostel Mutschler. Anschließend berieten die 34 Apostel Europas in einer Apostelversammlung unter anderem über Seelsorge, Gottesdienst und Liturgie.

Am 29. und 30. Oktober 2026 tagte Stammapostel Helge Mutschler, der internationale Leiter der Neuapostolischen Kirche, mit den Bezirksaposteln Europas in Tuttlingen (Süddeutschland). Im Mittelpunkt stand die künftige Zusammenarbeit der deutschsprachigen Gebietskirchen: Die Bezirksapostel erklärten ihre Absicht, auf sämtlichen Ebenen verbindlich und strategisch zusammenzuarbeiten.

Verbindlich zusammenarbeiten – als eigenständige Partner

Die Ausgangslage ist überall vergleichbar: Jede Gebietskirche steht vor gleichen oder ähnlichen Aufgaben. Durch verstärkte Kooperation sollen diese künftig gemeinschaftlich – und damit wirksamer – angegangen werden. Der Stammapostel stellte klar, dass diese Kooperation weder Hintergrund noch Vorstufe einer weiteren Fusion von Gebietskirchen sei. Vielmehr handle es sich um eine langfristige, verbindliche Zusammenarbeit, in der die Gebietskirchen als jeweils eigenständige Partner auftreten.

Zur engeren Zusammenarbeit gehört auch die Harmonisierung von Richtlinien, zu der sich die Bezirksapostel ebenfalls austauschten. Ein erstes Projekt: Eine Gruppe von Amtsträgerinnen wird auf der Grundlage der bestehenden Regelungen eine einheitliche europäische Regelung zur Kleidung weiblicher Geistlicher erarbeiten. Darüber hinaus berieten der Stammapostel und die Bezirksapostel über eine verstärkte Kooperation in den Bereichen Bau und Immobilien sowie bei den kirchlichen Hilfswerken. Auch die Strategie zur Mitgliederentwicklung stand auf der Tagesordnung.

Apostel Europas beraten

Am darauffolgenden Samstag, 31. Oktober, kamen die Apostel Europas in Tuttlingen mit dem Stammapostel zur ganztägigen Apostelversammlung Europa zusammen. Aus Nord- und Ostdeutschland nahmen neben Bezirksapostel David Heynes die deutschen Apostel Mike Dietel, Uli Falk, Helmut Kasper, Jens Korbien, Dirk Schulz und Ralf Vicariesmann sowie die Apostel Neil Woodman (Großbritannien, Isle of Man, Irland, Island, Dänemark, Estland, Grönland, Norwegen, Schweden, Finnland), Marat Aktschurin (Russland, Kasachstan, Mongolei) und Wladimir Lasarew (Russland, Usbekistan, Tadschikistan, Turkmenistan, Kirgisistan, Belarus) teil.

Den Auftakt bildete das vom Stammapostel gesetzte Thema Seelsorge. Sie gehört zum Kern des apostolischen Auftrags: nahe bei den Menschen sein, zuhören, begleiten. In diesem Teil waren auch die Ehefrauen der Apostel einbezogen; die Apostel und ihre Frauen teilten ihre Erfahrungen, auch mit Blick darauf, was Seelsorger und ihre Familien selbst trägt.

Liturgie stiftet Identität

Weitere Themen hatten die Apostel im Vorfeld selbst eingebracht. So sprachen sie über den Gottesdienst und bekannten sich dabei klar zur Liturgie der Kirche: Sie stiftet Identität und ist ein weltweit verbindendes Element. Umso wichtiger sei es, durch Schulung vermehrt ein Bewusstsein für den Hintergrund der Liturgie zu schaffen. Zudem tauschten sich die Apostel über Formate aus, mit denen die Gemeinde stärker am Gottesdienst beteiligt werden kann.

Ein weiterer Punkt war, wie die Apostel den Stammapostel dabei unterstützen können, das Glaubenszeugnis der Kirche einheitlich zu verbreiten.

Ein offenes Ohr auf allen Ebenen

Beim Thema Leitungsstruktur gab eine Aussage von Stammapostel i.R. Jean-Luc Schneider aus einer Bezirksapostelversammlung im Jahr 2025 Orientierung: „Der Bezirksapostel muss ein offenes Ohr für die Apostel haben, die Apostel für die Amtsträger und die Amtsträger für die Gläubigen.“ Zum Thema „Kirche in einer sich verändernden Gesellschaft“ teilten die Apostel schließlich gelungene Beispiele aus der Evangelisierung – mit dem Ziel, den Kernauftrag der Kirche, das „Gehet hin“ (Matthäus 28,19), mit neuem Leben zu füllen.

Im Anschluss an die Versammlung kamen die Apostel zu einer Andacht zusammen, die auf den Gottesdienst für Entschlafene am 1. November vorbereitete. Gestaltet und durchgeführt wurde sie von Jugendlichen des Kirchenbezirks Tuttlingen.

Der Gottesdienst in der Stadthalle Tuttlingen am Sonntag wurde in viele Gemeinden in Europa übertragen.

 

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