Bischof Irmer empfing am 9. Oktober 1960 das Unterdiakonenamt. Am 3. Mai 1981 wurde er in das Amt eines Bezirksältesten ordiniert und diente dem Bezirk Wolfenbüttel zehn Jahre in dieser Aufgabe. Am 17. Februar 1991 ordinierte ihn Stammapostel Richard Fehr zum Bischof.
Am 30. März 2003 folgte seine Ruhesetzung, ebenfalls durch Stammapostel Fehr. Insgesamt diente er 43 Jahre in verschiedenen geistlichen Ämtern. Er galt als Vorbild im Glauben und im Dienen. Besonders hervorzuheben sind seine Entschlossenheit im Wirken für die Kirche sowie seine Offenheit den Menschen gegenüber. Er begegnete ihnen stets zugewandt.
Er hinterlässt seine Frau Sigrid sowie seine beiden Kinder und deren Familien.
Kindheit und berufliche Ausbildung
Geboren wurde Gerhard Ernst Willi Irmer am 28. Januar 1937 in Braunschweig. Er war das einzige Kind seiner Eltern Hedwig und Otto Irmer und musste bereits mit acht Jahren den Verlust seines Vaters erleben, der an multipler Sklerose verstarb. Seine Großeltern kümmerten sich liebevoll um die junge Witwe und ihren Sohn. Als er zwölf Jahre alt war, heiratete seine Mutter erneut. Sein Stiefvater brachte zwei Töchter mit in die Ehe.
Nach Abschluss der Mittelschule und einer Lehre als Rechtsanwaltsgehilfe wechselte er zur Justiz und wurde schließlich Justizbeamter beim Amtsgericht Seesen. In dieser Zeit lernte er auch seine künftige Ehefrau Sigrid in der Jugend der Gemeinde Seesen kennen. Nach Abschluss der Ausbildung folgten Verlobung und Heirat im April 1961. Aus der Ehe gingen ein Sohn und eine Tochter hervor.
Kirchliche Aufgaben
Die Ordination in das Bischofsamt im Jahr 1991 stellte für Gerhard Irmer einen besonderen Lebensabschnitt dar. Trotz der anstehenden Aufgaben und möglichen Herausforderungen folgte er dem Willen Gottes wie selbstverständlich. Er gab seine Berufstätigkeit und damit seinen Beamtenstatus auf und wechselte in den Kirchendienst.
Als Bischof war er verantwortlich für die Kirchenbezirke Göttingen, Braunschweig und Wolfenbüttel. Darüber hinaus unternahm er zahlreiche Reisen nach Weißrussland, Westrussland, Mauritius und Rodriguez.
Neben seiner seelsorgerischen Tätigkeit übernahm er im Jahr 2003 für drei Jahre die Aufgabe des Projektmanagers der Projektgruppe „Der neuapostolische Glaube“. Gemeinsam mit anderen Aposteln wurden grundlegende Fragen des Glaubensverständnisses behandelt und am Katechismus der Neuapostolischen Kirche gearbeitet.
Herzensprojekte und Begleiter in jeder Lebenslage
Ab November 1999 beauftragte ihn Bezirksapostel Wilfried Klingler mit der Seniorenarbeit in der Gebietskirche Niedersachsen. Aber auch die Jugendlichen lagen ihm besonders am Herzen. Er nahm sich Zeit für ihre Fragen und Sorgen und war vielen von ihnen ein verlässlicher Begleiter bei wichtigen Lebensentscheidungen. Seine Frau Sigrid unterstützte ihn dabei in jeder Hinsicht.
Bis zuletzt konnte sich Bischof Irmer für die Musik in der Kirche begeistern. Schon als Jugendlicher erlernte er das Harmoniumspiel, war als Sänger in zahlreichen Chören tätig und lernte als Ruheständler Klarinette. Anschließend musizierte er weitere zehn Jahre im Gemeindeorchester. Bis Januar 2026 sang er noch im Gemeindechor mit.
In seiner mehr als 40-jährigen Amtszeit begleitete er zahlreiche Glaubensgeschwister in wichtigen Lebensmomenten, bei Taufen, Konfirmationen, Hochzeiten und Trauerfeiern. Die seelsorgerische Begleitung der Menschen in ihren persönlichen Lebenssituationen war ihm dabei besonders wichtig.
Neuapostolische Kirche