Weltgebetstag der Frauen 2025

Die Neuapostolische Kirche Nord- und Ostdeutschland feierte in diesem Jahr eine besondere Premiere: In gleich zwei Städten, Gera und Goslar, fand erstmals der ökumenische Gottesdienst zum Weltgebetstag der Frauen in der neuapostolischen Gemeinde statt. Wie jedes Jahr wurde er am ersten Freitag im März, also am 7. März 2025, begangen. Das Motto lautete „Wunderbar geschaffen“, im Fokus standen die südpazifischen Cookinseln.

Die Liturgie des Gottesdienstes wurde von engagierten Christinnen, die auf den Cookinseln leben, vorbereitet. Die Gesellschaft auf den Cookinseln ist stark von der Maori-Kultur geprägt. Diese Einflüsse spiegelten sich in den Liedern und Beiträgen wider. Grundlage des Gottesdienstes war der 139. Psalm, aus dessen 14. Vers das Motto entstand: „Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.“

Tropisches Flair in deutschen Kirchen

In der Gemeinde Gera hatte die ökumenische Frauengruppe den Ozean an den Altar getragen. Fünf Kerzen – für jeden Kontinent eine – waren auf dem Altar platziert, die Kerze des Weltgebetstags stand als verbindendes Element auf einem Sockel zwischen Altar und Meeresdekor. Außerdem erhielt jede Besucherin eine tropische Blüte zur Begrüßung. Nach dem Gottesdienst luden Gerichte wie Kochbananensuppe, Sapa Sui und Kokosbrot die rund 55 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum gemeinschaftlichen Verweilen ein.

Auch in Goslar wurde der Gottesdienst stimmungsvoll gestaltet. Blumengirlanden und die Fahne der Cookinseln schmückten den Raum. Farbenfrohe Plakate und Fotos des Inselstaates im südlichen Pazifik unterstrichen das tropische Ambiente. Ein ökumenischer Chor aus Sängerinnen und Sängern der St. Stephani-Gemeinde und der neuapostolischen Kirche unterstützte die Gemeindelieder. Im Anschluss an den Gottesdienst gab es auch hier traditionelle Speisen.

Im schleswig-holsteinischen Flintbek war die Premiere des ökumenischen Gottesdienstes zum Weltgebetstag bereits im vergangenen Jahr. Auch zahlreiche andere Gemeinden der NAK Nordost begingen Tag nicht zum ersten Mal mit ihren christlichen Nachbarn oder im eigenen Kirchengebäude.

In der Gemeinde Spreewald trafen tropischer Strand und Meer auf den Spreewaldkahn, dem der Altar nachempfunden ist. Landestypische Speisen der Cookinseln luden die rund 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu einer kulinarischen Entdeckungsreise ein. Bereits seit 2018 feiert die Gemeinde Taucha mit den katholischen und den evangelisch-lutherischen Nachbarn den Weltgebetstag. Als Gastgeber wechseln sie sich jährlich ab, sodass die neuapostolische Kirche in diesem Jahr erneut zu sich einlud. Die Gemeinde Berlin-Charlottenburg begrüßte rund 40 Menschen zum ökumenischen Gottesdienst. Neben dem Gemeindevorsteher, Hirte Matthias Pirlich, nahmen auch Pater Respondek (katholische Kirche), Pfarrer i. R. Raschkowski (evangelische Kirche) und Pfarrer Edvard Turan (syrisch-orthodoxe Kirche) an den Feierlichkeiten teil. Eine ökumenische Frauenchor- und Instrumentalgruppe begleitete den musikalischen Teil des Gottesdienstes und im Anschluss gab es auch in Berlin landestypische Köstlichkeiten.

In Oldenburg kamen die Kirchenmitglieder mit den Nachbarn der evangelischen und katholischen Kirche aus dem Norden der Stadt zusammen. Hier reichte das Meeresdekor bis in die Gemeinde und die Anwesenden waren anschließend ebenfalls zum landestypischen Buffet geladen.

Historisches, Gleichwertigkeit und Umwelt

Als wesentlicher Bestandteil des Gottesdienstes wurden drei Videos gezeigt, in denen Frauen von den teilweise schwierigen Herausforderungen des Lebens auf den Cookinseln berichteten. Eine 15-jährige erzählte von ihren Ängsten während der Pandemiezeit. Über die Hürden in der Ausbildung durch eine fehlende Universität und fehlende sexuelle Aufklärung der Bevölkerung berichtete eine Ärztin mittleren Alters. Des Weiteren kam eine ältere Frau zu Wort, die sich an die Kolonialzeit und die damit einhergehende Unterdrückung der Maori erinnerte.

Neben einer stark patriarchalisch geprägten Kultur, stellen auch Umweltveränderungen die Frauen auf den Cookinseln vor Herausforderungen. Der steigende Meeresspiegel bedroht die Lebensgrundlage der Bewohnerinnen. Außerdem ist ein besonderer Schutz des Meeresbodens vor ökologischer Ausbeutung notwendig, da die Manganknollenfelder für verschiedene Industriezweige besonders attraktiv sind.

Gestaltung des Weltgebetstages

Der Weltgebetstag wurde 1927 eingeführt und wird von der größten ökumenischen Basisbewegung von Frauen verantwortet. Er soll ein Zeichen dafür setzen, dass Frauen auf der ganzen Welt in Frieden, Gerechtigkeit und Würde leben können. Seit 2002 engagiert sich auch ein deutsches Komitee als eingetragener Verein in der Organisation. In jedem Jahr steht ein anderes Land im Fokus und die Frauen, die dort leben, gestalten die Gottesdienstordnung sowie Informationsmaterialien zur Landeskultur. Der an diesem Tag gesammelte Betrag wird an die über 100 Partnerorganisationen weitergegeben. Weltweit nehmen Frauen in rund 120 Ländern mit der Gestaltung und Durchführung von Gottesdiensten sowie weiteren Aktivitäten daran teil.

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