Als Grundlage für die Predigt diente Prediger 11,4: „Wer auf den Wind achtet, der sät nicht, und wer auf die Wolken sieht, der erntet nicht.“ Der Stammapostel erklärte, das Buch des Predigers lasse sich gut mit Prediger 12,13b „Fürchte Gott und halte seine Gebote; denn das gilt für alle Menschen“ zusammenfassen. Das passe gut zum Jahresmotto „Es ist Zeit, Gutes zu tun!“. Das bedeute auch, den Willen Gottes zu tun, sich um das eigene Seelenheil zu kümmern, für das Heil der Kinder Sorge zu tragen und dem Nächsten Gutes zu tun.
Als weiteren Aspekt bezog er sich auf die Kinder und Jugendlichen. „Wir wollen dafür sorgen, dass unsere Kinder lernen, Gott zu lieben, den Nächsten zu lieben.“ Es sei jetzt der Zeitpunkt, den Samen des Evangeliums zu pflanzen. Ob und zu welchem Zeitpunkt diese Saat aufginge, läge nicht in der Hand der Eltern. Auch hier sollen Eltern und Gemeinde nicht darauf warten, dass alle äußeren Umstände perfekt seien.
Von Saat und Ernte, Wind und Wolken
Säen im Sinne der Bibel sei ein Bild für den Lebenswandel, sagte Stammapostel Schneider. „Wir sollen also säen, das bedeutet, wir sollen den Willen Gottes tun, guten Samen streuen.“ Der Wind wiederum erschwere die Aussaat, weil er den Samen wegweht. Er stehe also für alles, was daran hindert, Gutes zu tun. Er rief dazu auf, nicht auf ideale Bedingungen zu warten, sondern anzufangen.
Die Ernte sei ein Bild für das Gericht Gottes. Für neuapostolische Christen sei sie auch ein Bild für die Wiederkunft Jesu Christi. „Und die Wolken sind ein Bild für das Unheil, alles, was die Ernte verzögern könnte oder gefährden könnte.“, ergänzte der Stammapostel. In der Landwirtschaft könne ein Gewitter die Ernte verderben und während es regnet, könne nicht geerntet werden. Das Buch des Predigers fordere die Menschen auf, sich nicht von Dingen ablenken zu lassen, die außerhalb ihres Einflusses liegen. Daher appellierte der Stammapostel: „Sei bereit, jetzt!“
Hättiwari, vergeben und verpasste Gelegenheiten
Drei Apostel aus anderen Gebietskirchen begleiteten Stammapostel Schneider. Apostel Matthias Pfützner berichtete unter anderem von einem österreichischen Begriff, dem „Hättiwari“. Dieser bezeichne Menschen, die sich nicht dazu durchringen können, etwas zu tun. Apostel Anatoliy Budnik aus der Ukraine ging auf die Hindernisse ein, die davon abhalten, Gutes zu tun. Er rief dazu auf, auch in Anfeindungen versöhnungsbereit zu sein.
Apostel Thorsten Zisowski, tätig im Ruhrgebiet, zeigte den verpassten Moment als eine Art Gegenstück zum richtigen Augenblick auf und verwies auf die Fußwaschung der Jünger. Jesus und seine Jünger waren da, alles war vorbereitet, aber niemand war da, um die Arbeit zu tun. Als Jesus diese übernahm, sei es allen unangenehm gewesen und er habe ihnen gesagt: „Ein Beispiel habe ich euch gegeben, dass ihr tut, wie ich euch getan habe.“ (Johannes 13,15)
Region mit besonderer Prägung
Schon am Samstag hatte die Gemeinde den internationalen Kirchenleiter zu einer Feierstunde eingeladen. In traditionelle Gewänder gekleidet brachten sie ihm die Region Spreewald näher. Neben der Landschaft ist die Prägung durch die sorbischen Einwohner besonders für Deutschland, was Besuchern an den Trachten und Straßenschildern auf Sorbisch schnell auffällt. Einige Ausschnitte dieses Treffens wurden am Sonntagmorgen zu Beginn der Übertragung eingespielt.
Die historische Kulturlandschaft im Südosten Brandenburgs ist seit 1991 als Biosphärenreservat geschützt – mit allen Vor- und Nachteilen, wie die Kirchenmitglieder vor Ort berichteten. In dem rund 475km² großen Areal leben ca. 55.000 Menschen in 19 Städten und Gemeinden. Die natürlichen und künstlich angelegten Wasserwege haben eine Gesamtlänge von über 970km.
Neuapostolische Kirche