Das heutige Gebäude der neuapostolischen Gemeinde Coswig wurde ab März 1925 auf einem kleinen Hügel an der Bundesstraße 107 errichtet und am 29. November desselben Jahres geweiht. Fast auf den Tag genau 100 Jahre später, am 30. November 2025, beging die Gemeinde das Jubiläum.
Festgottesdienst mit einem besonderen Beitrag
Um die Geschichte ihrer Kirche lebendig zu vermitteln, hatten sich die Coswiger etwas Einzigartiges einfallen lassen: Sie ließen das Gebäude selbst zu Wort kommen, präsentiert von Evangelist i.R. Gerald Müller.
Das „Geburtstagskind“ berichtete von dem Coswiger Baumeister Dorn, der nicht nur den Bau dieser Kirche, sondern auch jener in den benachbarten Gemeinden Wahlsdorf und Nudersdorf verantwortet habe. Trotz der Schwierigkeiten beim Bau aufgrund des nahegelegenen Bachbettes habe die Weihe bereits nach wenigen Monaten stattfinden können. Sogar der damalige Stammapostel Niehaus habe ihr schon bald einen Besuch abgestattet. Auf eine Orgel musste die Gemeinde jedoch fast drei Jahrzehnte warten – erst 1954 war es soweit, so die Erzählung. Zum Abschluss erinnerte das Gebäude an die mehr als 15.000 Gottesdienste und etwa 500 Taufen, die es miterlebte. Hinzu kamen Trauergottesdienste, zahlreiche Konzerte, Weihnachtsfeiern, Gemeindefeste, Adventmärkte und vieles mehr.
Zu ihren Feierlichkeiten hatte die Gemeinde einige Ehrengästen geladen: André Saage, Bürgermeister der Stadt Coswig, Doris Berlin, die ehemalige Bürgermeisterin, Manuela Schulze (Stadtverwaltung, Kultur und Tourismus), Manuel Felix Köhler (Architekt der Sanierung 2001) sowie Klaus Jürgen Koselack (Bauleiter der Neuapostolischen Kirche Mitteldeutschland während der Sanierung 2001). Auch die Geistlichen der benachbarten Kirchen, Pfarrer Neuhaus von der Katholischen Kirche und Pfarrerin Adam von der Evangelischen Kirche, folgten der Einladung.
Historische Grundsteine
Der apostolische Glaube fand bereits um 1866 durch den Korbmacher Franz Hübner seinen Weg nach Coswig/Anhalt. Die rechtlich selbstständige Gemeinde Coswig wurde 1881 als Verein gegründet und erhielt 1885, also vor 140 Jahren, ihr erstes Gotteshaus mit etwa 90 Sitzplätzen. Als dieses für die wachsende Gemeinde zu klein wurde, begannen im März 1925 die Bauarbeiten für einen neuen Sakralbau. Die Innenarchitektur erinnert an Gebäude der katholisch-apostolischen Kirchen, aus denen die Neuapostolische Kirche hervorging.
Franz Hübner musste sich 1895 vor Gericht verantworten, weil er Gottesdienste leitete, ohne eine theologische Ausbildung abgeschlossen zu haben. Er wurde freigesprochen, und die Kirche erhielt die staatliche Anerkennung, wodurch die Grundlage für die Gründung der Gebietskirche Sachsen-Anhalt gelegt wurde.
Weitere historische Informationen zur Gemeinde Coswig/Anhalt
Neuapostolische Kirche