Das Leitthema der Andachtsstunde lautete „Licht“. So konnten die Besucherinnen und Besucher der Gemeinde Hamburg-Eppendorf den Ewigkeitssonntag 2025 in besonderer Weise begehen. Unzählige Kerzen tauchten den Kirchenraum in ein warmes, sanftes Licht – ein sichtbares Zeichen für Liebe, Erinnerung und Hoffnung. Im Fokus stand erneut das Holzkreuz, auf das Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor Ort Kerzen, versehen mit den Namen verstorbener Kinder, abstellen und für einen Moment in Stille innehalten konnten. Ergänzt wurden die Lichter am Boden durch eine Lichtinstallation, die einen Sternenhimmel an die Wand oberhalb des Altars projizierte.
Emotionales Erinnern
Kurz vor Beginn der Gedenkstunde erfüllte die Stimme einer Solistin den Raum mit dem Lied „Der Weg“ von Herbert Grönemeyer – pur, ohne instrumentale Begleitung. Um 17 Uhr setzte der Chor mit dem Worship-Song „Leuchtturm“ ein und griff so das Thema des Abends musikalisch auf – ein Moment, der viele tief berührte. Nach der Begrüßung durch die Gastgeber und einem gemeinsamen Gebet teilten Betroffene die Erinnerungen an ihre Lieben mit den Teilnehmenden.
Ein Vater erzählte, was er von seinem Sohn gelernt hat, der auf diese Welt kam und sie gleich wieder verlassen musste. „Im Leben ist nichts selbstverständlich – jeder Moment zählt“. Eine große Schwester berichtete sichtlich berührt von ihrem kleinen Bruder, der nur zwei Tage alt wurde. Sie erzählte von der schmerzhaften Stille, die dieser viel zu frühe Abschied hinterließ und von den Fragen, die sie sich schon als Kind durch dieses Erleben gestellt hat. Über Stille sprach auch ein Vater, dessen Sohn tot geboren wurde (auch als stille Geburt bezeichnet). Er sprach von der Einsamkeit, die er während des Wartens vor dem Kreissaal empfunden habe, und von der kurzen Zeit, die sie als Eltern mit ihrem Kind verbringen konnten.
Eine Mutter hat die Erinnerungen an ihr Kind, das nicht leben durfte, weil es sich um eine Bauchhöhlenschwangerschaft gehandelt hatte, aufgeschrieben. Der Brief wurde stellvertretend vorgelesen. In einem weiteren Brief, der vorgelesen wurde, konnte eine Schwägerin, die rückblickend feststellen, dass ihr Schwager vor seinem Abschied alle seine Versprechen zur Teilnahme an Veranstaltungen, eingehalten hatte. Zum Abschluss berichtete eine Mutter per Videobotschaft von ihrer Sternentochter, die während des achten Schwangerschaftsmonats verstorben war. Die liebevolle Begleitung in der ersten Zeit nach dem Verlust, habe ihr sehr geholfen und sei noch heute tröstlich.
Der Chor bildete zum Ende der Stunde einen Kreis um die Versammelten. Dabei hielten sie beleuchtete Luftballons in den Händen, die anschließend stehenblieben.
Raum für Gespräche vor Ort
Im Anschluss gab es Raum zum Austausch – bei Speisen, Gesprächen und kleinen Begegnungen, die gut tun. Wer wollte, konnte mit dem Team des Runden Tischs Trauerbegleitung sprechen oder sich am Stand des Theodorus Kinder-Tageshospiz informieren. Das Bestattungsinstitut Lichtermeer lud dazu ein, einen Sarg zu gestalten, der im Nachgang einer bedürftigen Familie zugutekommen soll.
Die Spenden des Abends kommen dem ASB Wünschewagen Hamburg zugute – einem Dienst, der letzte Wünsche schwerkranker Menschen erfüllt und ihnen Momente voller Nähe und Würde schenkt. Interessierte konnten den Wagen vor Ort vom ASB Wünschewagen-Team zeigen lassen.
Noch bis zum 31. Dezember 2025 können Spenden zu Gunsten des Wünschewagens auf folgendes Konto überwiesen werden:
Spendenkonto:
Neuapostolische Kirche Nord- und Ostdeutschland K.d.ö.R.
Commerzbank Hannover
DE26 2508 0020 0709 5466 00
Stichwort: Weltgedenktag 2025
Bericht über die Spendenübergabe zum Weltgedenktag für verstorbene Kinder
Neuapostolische Kirche