Seit 35 Jahren ist die NAK in Grönland präsent. Die ersten Mitglieder traten 1990 in Grönlands Hauptstadt Nuuk der Neuapostolischen Kirche bei. Einige Jahre später kamen Kirchenmitglieder in Uummannaq hinzu. Anlass für den Besuch im Oktober 2025 war die Reise des Kammerchors Wilhelmshaven für eine musikalische Zusammenarbeit mit Jugendlichen aus dem Kinderheim in Uummannaq und dem Nordisk Koncertkor aus Nuuk.
Gemeinsamer Gottesdienst
Geistlicher Höhepunkt der Reise war der Gottesdienst am Sonntag, 19. Oktober, der in einem Saal des dortigen Lehrer-Seminars ausgerichtet wurde. Rund 85 Teilnehmende kamen zusammen. Im Vorfeld des Besuches hatten die Kirchenmitglieder viele Einladungen an Menschen in ihrem Umfeld, die nicht neuapostolisch sind, ausgesprochen. Etwa 40 von ihnen konnten am Sonntagmorgen begrüßt werden.
Bezirksapostel David Heyens zeigt sich begeistert von dem Besuch auf Grönland: „Diese Reise war insgesamt ein schöner Erfolg, der uns hoffentlich weitere Anknüpfungspunkte für künftige Reisen bieten wird. Wir haben als Gruppe aber auch mit unseren grönländischen Freunden eine gute Zeit erlebt und wollen die schönen Kontakte weiterpflegen. Allen sei gedankt, die dieses Projekt zum Gelingen geführt haben.“
Anlässlich des Konzertes hatte die Neuapostolische Kirche Kontakt mit der evangelisch-lutherischen Bischöfin Paneeraq Siegstad Munk aufgenommen. Daraus ergab sich bereits im Vorfeld des Konzertes ein Treffen der Geistlichen mit Bezirksapostelhelfer David Heynes, Priester Werner Wick und Priester Gerrit Junge am Freitagmittag in ihrem Amtssitz an der Vor Frelser Kirke in Nuuk. In offener, freundlicher Atmosphäre fand ein anregendes Gespräch statt, an dessen Ende der Wunsch in Kontakt zu bleiben stand.
Konzert des Kammerchores Wilhelmshaven
Am Nachmittag des 19. Oktober führten im Katuaq, dem Kulturhaus in Nuuk, der Kammerchor Wilhelmshaven gemeinsam mit dem Nordik Koncertkor und grönländischen Jugendlichen aus dem Kinderheim in Uummannaq das Deutschen Requiem von Brahms unter der Leitung von Gerrit Junge auf. Es war eine Premiere für Grönland und ein großer Erfolg für alle Beteiligten. Rund 350 Gäste lauschten dem Konzert – mehr als Sitzplätze vorhanden waren, sodass einige Besucherinnen und Besucher stehen mussten. Die grönländische Presse war mit einem Fernseh-Team und Zeitungsreportern vor Ort, um darüber zu berichten.
Gerrit Junge, Leiter der Abteilung Kirchenmusik, resümiert: „Das war ein großartiges Projekt der Völkerverständigung und des gegenseitigen Austausches. Vor dem Hintergrund der derzeitigen geopolitischen Lage hatte diese Kulturbegegnung eine hohe gesellschaftliche Bedeutung, was sich auch durch großes Interesse der Presse sowie die Aufzeichnung durch das grönländische Fernsehen dokumentierte. Wir sind sehr dankbar, dass dieses Vorhaben so wertvolle Unterstützung erhalten und überaus große Resonanz in Grönland hervorgerufen hat.“
Das Deutsche Requiem erklang dabei in einer einzigartigen Form, die neben der Brahms‘schen Musik auch Kompositionen junger grönländischer Komponistinnen beinhaltete. Zudem kamen originale Rahmentrommeln (Qilats) der Inuit anstelle der klassischen Konzertpauken zum Einsatz.
Aufgrund der positiven Resonanz gibt es bereits Planungen für die weitere Zusammenarbeit: am ersten Advent auf Grönland und im kommenden Jahr in Bremen.
Weitere Informationen:
- Bericht der Kirchenmusikabteilung zu Reise und Konzert
- Einstündige Doku auf dem YouTube-Kanal der Neuapostolischen Kirche Nord- und Ostdeutschland
- Fotos und kurze Videos: Facebook-Kanal des Kammerchores Wilhelmshaven
Neuapostolische Kirche