Die Abteilung Kommunikation hatte Apostel Jens Korbien als Vertreter der Kirchenleitung eingeladen, um gemeinsam mit Kirchenmitgliedern über das Jahresmotto zu sprechen. Diese wurden vertreten durch Silvia Haake, die aus ihrem Alltag im Pflegedienst berichtete, und Rainer Schaffrin, der ehrenamtlich als Suchtberater tätig ist. Jörg Leske vom kirchennahen Verein NAK-karitativ e.V. vervollständigte die Runde.
Mitmenschlichkeit und Hilfe im Alltag
Im Gespräch über die Videobotschaft des Stammapostels erklärte Apostel Korbien, es sei in der heutigen Zeit besonders wichtig, den Blick auf den Nächsten zu richten. Das Motto setze einen Kontrapunkt zum Zeitgeist, in dem jeder Mensch oft zuerst an sich und die eigenen Bedürfnisse denkt. Der Blick auf den Nächsten war auch der Anlass, NAK-karitativ e.V. zu gründen. Jörg Leske berichtete, dort sehe man, wie sich beide Seiten am Gutes tun erfreuen: Die Gebenden an der gemachten Freude und die Empfangenden an dem, was sie erhalten haben. Auch Silvia Haake erlebt dies in ihrem Arbeitsalltag. Sie beobachtet auch, wie sich das Gute, was getan wird, fortsetzt. Wenn sie ihren Patienten Gutes tue, wirke sich das auf deren Angehörige aus und könne von diesen weitergegeben werden.
Vergebung als Akt der Selbstfürsorge
Ein weiterer Aspekt des Themas stand im Zusammenhang mit Vergebung. Hierbei ginge es weniger darum, etwas für eine andere Person zu tun. Vielmehr tue man sich selbst etwas Gutes, wenn man vergibt, beschrieb es Apostel Korbien. Wenn der Fokus zu sehr auf der anderen Person liege, bestehe die Gefahr der Bevormundung. Aus ihrem Pflegealltag berichtete Silvia Haake von der Bedeutung für Demenzerkrankte, weiterhin eigene Entscheidungen treffen zu können.
Ziele karitativer Arbeit und die Bedeutung von Wertschätzung
Bei der karitativen Arbeit gibt es festgelegte Kriterien, anhand derer der Nutzen von Projekten bewertet wird. Stammapostel Jean-Luc Schneider gab bei einer Veranstaltung in der Gemeinde Lübben/Spreewald eine Orientierungshilfe, die in einem Einspieler gezeigt wurde. Er erklärte, dass es Gott Freude mache, wenn Christen Gutes tun, und dass dies eine Vorbereitung auf die Wiederkehr von Jesus Christus sei. Er sprach in diesem Zusammenhang die Wertschätzung innerhalb der Kirche an. Im Gespräch darüber, wie Wertschätzung ohne übereinstimmende Werte oder Vorstellungen funktionieren könne, berichtete Silvia Haake aus ihrem Pflegeberuf, dass dort eine klare Trennung von Diagnose und Person wichtig sei. Ähnlich erlebe es auch Rainer Schaffrin in der Suchtberatung. Wertschätzung stehe jedem Menschen zu und müsse nicht verdient werden. Sie hänge nicht davon ab, wie man von einer anderen Person behandelt werde.
Gutes tun – nur, wenn es passt?!
Zum Ende des Dialogforums tauschte sich die Gesprächsrunde darüber aus, dass kirchliches Engagement dem Guten tun nicht im Wege stehen solle. Oftmals lasse sich beides miteinander verbinden. Gelegentlich seien individuelle Abwägungen der Prioritäten notwendig.
Dialogforum VI anschauen
Das Dialogforum steht auf dem YouTube-Kanal der Neuapostolischen Kirche Nord- und Ostdeutschland zur Verfügung. In der Playlist Dialogforum finden sich darüber hinaus Ausschnitte des Dialogforums in Torgau sowie alle bisherigen Dialogforen.
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