Dialogforum: Beten wirkt

Das Jahresmotto 2024 stand auch über dem vierten Dialogforum der Gebietskirche Nord- und Ostdeutschland, das am 16. März 2024 in der Kirchengemeinde Hannover-Süd stattfand. Als Vertreter der Kirchenleitung nahmen Bezirksapostelhelfer Helge Mutschler und Apostel Helmut Kasper teil. Das Forum wurde via YouTube und IPTV übertragen.

„Beten wirkt!“ hatte Stammapostel Jean-Luc Schneider weltweit als Jahresmotto herausgegeben. Ein facettenreiches Thema und so lag es auf der Hand, dass Moderator Jens Lange zum Dialogforum im März seine Gäste einlud, darüber zu sprechen. Die Bezirksapostel und Bezirksapostelhelfer bekämen das Jahresmotto etwa zwei Monate vor dem Jahreswechsel, verriet Helge Mutschler. So könnten sie sich bereits mit den dazugehörigen Gedanken des Stammapostel vertraut machen.

Apostel Kasper erklärte, er freue sich schon darauf, was die Gemeinden aus dem Jahresmotto machen würden und wie es ihre Entwicklung beeinflussen würde. Louis-Pascal Korpiun war der dritte Gast des Podiumsgespräches und als Vertreter für jugendliche Gläubige geladen. Er sehe die Vielfalt des Themas einerseits, stolpere aber andererseits über die Nachdrücklichkeit der Aussage.

Der Unterschied zwischen wirkt und hilft

Ein Aspekt des Jahresmottos fällt direkt ins Auge. Es heißt „Beten wirkt!“ und nicht „Beten hilft“. ‚Beten hilft‘ sei missverständlich, so Apostel Mutschler. Es bestünde die Gefahr einer Erwartungshaltung – wie bei einem Automaten, in den beispielsweise eine Münze geworfen werde und am Ende ein Ergebnis nach den eigenen Vorstellungen herauskomme. Aber es gehe dabei um eine viel tiefere Kommunikationsebene mit Gott und eine tiefgreifende innere Veränderung des Betenden. Das Gebet sei ein vertrautes Gespräch mit dem allmächtigen Gott.

Nicht beten können

Über die Gebetsinhalte Fürbitte und Bitte rückte Hiob in den Gesprächsfokus. Dieses bekannte Buch aus dem alten Testament zeigt deutlich, dass es auch Lebenssituationen gibt, in denen Menschen das Beten schwerfällt. Apostel Kasper berichtete von Kirchenmitgliedern, die von sich selbst sagen, sie könnten nicht (mehr) beten. „Bleib gelassen. Es beten andere für dich. Gott ist da, er spricht mit dir“, riet er. Anstelle von Aktionismus könne mehr „Geschehen lassen“ helfen.

Louis-Pascal Korpiun äußerte dazu die Überlegung, dass Beten nicht immer bewusst stattfände. Das könne bedeuten, dass die bewusste Pflege der Beziehung zu Gott zwar nicht möglich ist, in der unterbewusste Ebene aber weiterhin eine Verbindung vorhanden sei.

Dankbarkeit als Haltung

Moderator Jens Lange warf den Gedanken auf, ob Dankbarkeit für das Vorhandene eine Entwicklung auch hemmen könne. Er bezog sich darauf, dass Unzufriedenheit mit einem Zustand bereits zu vielen Erfindungen geführt habe und manchmal erst der Impuls für eine Veränderung sei. Für den Bezirksapostelhelfer besteht darin kein Widerspruch. Er sieht im Dank Gott gegenüber eine bestimmte, persönliche Haltung. Diese sei schon im Umgang innerhalb der Kirchengemeinde zu sehen. Dankbarkeit mache zufrieden und gebe innere Stärke.

Apostel Kasper ging mit einem praktischen Beispiel darauf ein. Ein Dirigent könne seinem Chor gegenüber Dank ausdrücken für das, was durch die gemeinsame Arbeit erreicht wurde. Dennoch könne er damit auch neue Ziele kommunizieren. Das zeige, das Dankbarkeit kein Zeichen für Stillstand sei.

Das gesamte Dialogforum zum Thema „Beten wirkt!“ steht auf unserem YouTube-Kanal zur Verfügung.

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