Neue Kirche für Bremen-Mitte eingeweiht

(10.07.2015) Bremen. "Der erste Eindruck ist immer der wichtigste", so Bezirksapostel Rüdiger Krause im Weihegottesdienst am Donnerstagabend, 2. Juli 2015, und bekannte: "Ich habe mich sofort wohlgefühlt hier in der neuen Kirche." Er gratulierte der Gemeinde zu ihrem neuen Gotteshaus, das nun wieder in der Augsburger Straße 38 im Bremer Stadtteil Findorff beheimatet ist. Über 60 Jahre lang stand hier das alte Kirchengebäude der Gemeinde Findorff, das nach langen Überlegungen, ob eine Renovierung oder Sanierung wirtschaftlich sei, 2013 abgerissen wurde.

Das Kirchengebäude in der Augsburger Straße ist nun das Zuhause für die rund 340 Mitglieder starke Gemeinde Bremen-Mitte. Bis dato fanden die Gottesdienste für die Gemeinde in der Bachstraße in der Bremer Neustadt statt. Am Sonntag, 28. Juni 2015, wurde diese Kirche offiziell profaniert. Die Gemeinde ist aus einer Fusion im Jahr 2012 aus den Gemeinden Findorff, Neustadt und Ostertor entstanden. Die Kapazität von zuvor über 1.000 Sitzplätzen in den drei Kirchen wurde durch den Neubau auf unter 200 Sitzplätze reduziert, ist aber nach Einschätzung der Verantwortlichen dennoch für die neue Gemeinde ausreichend.

Zu der feierlichen Einweihung hatten der Gemeindevorsteher, Hirte Wolfgang Rogalitzki, und die Gemeinde zahlreiche Gäste von verschiedenen Institutionen sowie Freunde und Gäste aus der Nachbarschaft eingeladen. Begrüßen konnte Rüdiger Krause unter anderen die Ortsamtsleiterin Ulrike Pala, Hille Brünjes (SPD-Mitglied im Ortsbeirat), Oliver Ottwiaska (CDU-Mitglied im Ortsbeirat) sowie die Architekten Thomas Klumpp (Bremen) und Hagen Stier (Hamburg).

Fest gegründet

Dem Weihegottesdienst legte Bezirksapostel Krause das Bibelwort aus dem Lukas 6,47-48 zu Grunde: "Wer zu mir kommt und hört meine Rede und tut sie – ich will euch zeigen, wem er gleicht. Er gleicht einem Menschen, der ein Haus baute und grub tief und legte den Grund auf Fels. Als aber eine Wasserflut kam, da riss der Strom an dem Haus und konnte es nicht bewegen; denn es war gut gebaut."

Gut gefüllt war die Kirche, die laut Architekt Klumpp im traditionellen Stil des nord-europäischen Raums als reines Langhaus mit zusätzlichen Gemeinderäumen realisiert wurde. Mit hohen, schmalen Fenstern, die an die Spätgotik erinnern, aber doch in ihrer Farbgestaltung das Kirchenschiff "leicht und froh, freundlich und warm" erscheinen lassen. Doch, so Klumpp, auf Felsen sei sie nicht gegründet. Denn den habe man in der norddeutschen Tiefebene leider nicht so häufig. Dafür stehe das ganze Gebäude aber auf 37 sieben Meter tief gegründeten Pfählen – und damit fest und sicher, sagte Klumpp, der auch für seinen Architektenkollegen Hagen Stier sprach.

Leicht und transparent

Ulrike Pala bestätigte in ihrem Grußwort an die Anwesenden den Eindruck der "luftigen und freundlichen" Kirche. Hier könne man sich tatsächlich wohlfühlen – und das wünsche sie der Gemeinde sehr. Eigentlich seien sie damals im Ortsamt und Beirat zunächst erschrocken gewesen, als sie von dem bevorstehenden Abriss der Kirche in der Augsburger Straße hörten. Als sie dann aber darüber informiert wurden, dass die Neuapostolische Kirche einen Neubau an dieser Stelle plane, waren sie beruhigt. Pala: "Das war und ist ein deutliches Bekenntnis zum Stadtteil und zum Bremer Westen." Sie hieß deshalb die Gemeinde Bremen-Mitte im Namen von Ortsamt und Beirat "ein zweites Mal herzlich willkommen im Stadtteil".

Anerkennung erfuhr an diesem Abend auch das überaus transparent gestaltete Foyer der neuen Kirche. Mit Glaswänden an beiden Seiten bietet die Konstruktion von der Straße wie auch von der Rückseite einen unverstellten Blick ins Innere. So offen, sagte Bezirksapostel Krause, solle sich auch die Gemeinde der Nachbarschaft und dem Stadtteil zeigen. Er könne sich gut vorstellen, dass in dem Gebäude Konzerte von Dritten und andere Veranstaltungen kultureller Art stattfinden. Genau für diese Zwecke sei der absenkbare Altar konzipiert worden, der Platz für verschiedene Ensembles schaffe. Insgesamt haben die Architekten Klumpp und Stier, so schreibt die Stadtteilbeilage des Weser Kurier (06.07.2015), "eine moderne Kirche mit den vertrauten Elementen christlicher Baugeschichte" geschaffen, die in den Fachkreisen möglicherweise für Furore sorgen könne.

Text: Werner Wick

Fotos: Marina Janoschek

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