Stammapostel läutet Abschied in Wilhelmshaven ein

(08.04.2013) Wilhelmshaven. Stammapostel Wilhelm Leber feierte am Sonntag, 7. April 2013, sechs Wochen vor seinem geplanten Ruhestand, in Wilhelmshaven einen Gottesdienst, der via Satellit in die Gemeinden der Neuapostolischen Kirche Norddeutschland übertragen wurde.

Es war voraussichtlich der letzte von Stammapostel Leber durchgeführte Zentralgottesdienst exklusiv für den Bezirksapostelbereich Norddeutschland. Die nahezu 17.000 Gläubigen des von Bezirksapostel Rüdiger Krause geleiteten Bereichs haben zwar ein weiteres Mal die Gelegenheit, einen Gottesdienst mit Stammapostel Leber zu feiern, doch dann richtet sich das geistliche Oberhaupt nicht allein an die norddeutschen, sondern an alle neuapostolischen Christen weltweit: Pfingstsonntag, 19. Mai 2013 in Hamburg-Borgfelde.

Zu dem besonderen Gottesdienst nach Wilhelmshaven begleiteten den Stammapostel Bezirksapostel Krause sowie alle vier Apostel und sechs Bischöfe Norddeutschlands. Zudem waren als sogenannte Gastapostel (Apostel, die in einer anderen Gebietskirche tätig sind, Anm. d. Red.) die Apostel Philipp Burren (Schweiz) und Jens Lindemann (Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland) zugegen. Apostel Achim Burchard (Niedersachsen), der ebenfalls eingeladen war, hatte seine Teilnahme aus gesundheitlichen Gründen absagen müssen.

Geistliche und persönliche Worte

Grundlage für die Predigt war das Bibelwort aus Sprüche 11,1: „Falsche Waage ist dem Herrn ein Gräuel; aber ein volles Gewicht ist sein Wohlgefallen.“ Darauf Bezug nehmend nannte Stammapostel Leber fünf Punkte, die im christlichen Leben Gewicht haben sollten: das Vertrauen in Gott, die Gotteskindschaft, die Führung durch den Heiligen Geist, die Gnade Gottes und schließlich „der Tag des Herrn, dem wir entgegen gehen“. Weitere Predigtbeiträge kamen erwartungsgemäß von den Gastaposteln Burren und Lindemann.

Nach offizieller Beendigung des Gottesdienstes fand Stammapostel Leber persönliche Worte und erinnerte sich an die Anfänge seiner Tätigkeit in Norddeutschland zurück. „Ich möchte es ganz kurz machen und einfach Danke sagen“, so der sichtlich gerührte Stammapostel. Dankbar und bewegt zeigte sich auch Bezirksapostel Krause, der seinen Dank im Namen aller Glaubensgeschwister seines Arbeitsbereiches an den Stammapostel richtete. Dieser verabschiedete sich dann – letztmalig als geistliches Oberhaupt – von Wilhelmshaven.

Gastgebergemeinde Wilhelmshaven

Die Gemeinde Wilhelmshaven, die heute von Hirten Dieter Grimminger geleitet wird, geht ursprünglich auf die 1947 entstandene Gemeinde Wilhelmshaven-Nord zurück. Fanden anfangs die Gottesdienste noch in einer Schule statt und ab 1952 in einem ehemaligen Tanzlokal, konnte 1969 das Kirchengebäude in der Salzastraße eingeweiht werden. Einen der ersten Gottesdienste feierte Stammapostel Walter Schmidt. Weitere besondere Gottesdienste folgten, etwa mit dem Besuch von Stammapostel Richard Fehr im Jahr 1998.

Die Gemeinde Wilhelmshaven gehört zum gleichnamigen und seit 1927 bestehenden Kirchenbezirk und ist – neben Wilhelmshaven-Mitte – eine von zwei neuapostolischen Gemeinden der Stadt. Beiden Gemeinden gehören insgesamt 400 Mitglieder an. 1.100 weitere Mitglieder des Kirchenbezirks verteilen sich auf sechs umliegende Gemeinden: Heidmühle, Jever, Sande, Varel, Wittmund und Zetel. Leiter des Kirchenbezirks ist Bezirksältester Günter Kallweit, der von Bezirksevangelist Ralph Witfer unterstützt wird.

Konzert in Wilhelmshaven am Vorabend

Die Bezirks- und Gemeindeleitung hatte bereits am Samstag, 6. April 2013 um 17 Uhr zu einem klassischen Konzert nach Wilhelmshaven eingeladen. Es musizierten Concertino Hamburg, unter der Leitung von Jürgen Groß, Simon Kasper am Klavier sowie der Kammerchor Wilhelmshaven, unter der Leitung von Gerrit Junge. Stammapostel Leber, Bezirksapostel Krause und ihre Begleiter zeigten sich – wie alle weiteren Zuhörer auch – von der etwas 70-minütigen Darbietung der neuapostolischen Musiker beeindruckt.

Gesungen und gespielt wurde ausschließlich „Musik aus der Familie Bach“ – so auch der Titel des Konzerts. Auf dem Programm standen drei Motetten für jeweils zwei vierstimmige Chöre von Johann Sebastian Bach („Der Geist hilft unsrer Schwachheit auf“, „Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn“) und Johann Ludwig Bach („Wir wissen, so unser irdisches Haupt“). Instrumental erklang die Ouverture in G-Dur von Johann Bernhard Bach sowie das Konzert für Klavier, Streicher und Basso Continuo von Johann Sebastian Bach.

Text und Fotos: Björn Renz

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