Hamburg-West goes Sailing – Segelreise 2017

„Leinen los“ hieß es bereits zum dritten Mal für eine Jugendgruppe aus dem Kirchenbezirk Hamburg-West. Von Sonntag bis Freitag, 23. bis 28. Juli 2017, ging es für die Hamburger Jugendlichen mit drei Segelschiffen auf das Watten- und Ijsselmeer (Niederlande). Verstärkt wurde die 70-köpfige Gruppe durch vier weitere junge Christen aus Stuttgart-Stammheim, der Partnergemeinde Hamburg-Finkenwerders.

Startpunkt der Reise war die Kirche in Hamburg-Lurup. Von dort ging es mit dem Bus nach Harlingen. Die gesamte Crew verteilte sich auf drei Segelschiffe vom Typ Tjalk und Klipper. Noch am selben Abend wurden die Schiffe mit etwa 1,5 Tonnen Wochenproviant beladen.

Segel setzen

Am Montag erfolgte für alle Jugendlichen die Segel- und Sicherheitsunterweisung. Die Gruppen wurden auf jedem Schiff von einem Skipper und Maat, dem Schiffsführer und Gehilfen, begleitet. Die Experten sind zuständig für den reibungslosen Ablauf der Segeltour.

Die Jugendlichen selbst bekamen Aufgaben wie das Setzen oder Reffen der Segel, das Hochkurbeln der seitlichen Schwerter zur Stabilisierung und Steuerung der Schiffe oder das Führen der Seile. Jeder der helfen konnte und wollte, befolgte die Anweisungen des Steuermannes.

Vieles sei vor allem „learning by doing“, berichtete einer der Jugendlichen: „Uns wurde alles unmittelbar gezeigt, bevor wir zum Beispiel die Segel setzen mussten. So konnten auch unerfahrene Segler problemlos mitmachen.“

Vom Frachter zum Segelboot

Die drei Segelboote zeichnen sich vor allem durch ihre flachen Böden aus. Diese ermöglichen das sogenannte Trockenfallen: Bei Ebbe können die Schiffe auf dem Meeresgrund aufsetzen und durch die große Fläche besitzen sie einen geringen Tiefgang, was das Befahren von seichten Gewässern ermöglicht.

Auf jedem Boot fanden 22 bis 28 Personen ihren Schlafplatz in den Kabinen. Die Segelschiffe befahren teilweise schon mehr als hundert Jahre die Meere oder Binnengewässer und davon einige Jahre als Frachter. Erst im Laufe der Jahre erhielten sie ihre Masten und Segel sowie einen aufwendigen Umbau oder eine Restaurierung.

Eine sportliche Angelegenheit

Unter vollen Segeln ging es am Montag nach Stavoren. Bei Windstärken bis fünf Beauforts war das eine sportliche Sache. Diese Windstärke ist laut Deutschem Wetterdienst vergleichbar mit dem Schwanken kleiner Laubbäume und der Bildung von Schaumkronen im Wasser.

Am Dienstag ging es bei bis zu sieben Windstärken an die Belastungsgrenzen der Schiffe und der Besatzung – die Stärke ist vergleichbar mit starken Bewegungen von Bäumen. Bei teilweise 35 Grad Schlagseite ist trotzdem keiner seekrank geworden. Abends im Hafen in Makkum habe noch mancher das Schwanken verspürt.

Die Nächte verbrachten die Jugendlichen in verschiedenen Häfen: Harlingen, Stavoren, Makkum, Ost-Vlieland und  Terschelling-Harlingen. Am dritten Tag der Segelreise erlebten auch die Jugendlichen das Trockenfallen und nutzten die Gelegenheit zum Wattwandern über Bord.

Gottesdienst in Terschelling

Am Donnerstag ging es quer durchs Wattenmeer zur Insel Terschelling. Nach einem ausgiebigen Landspaziergang, begann um 19 Uhr der Gottesdienst in der alten Westerkerk, welche 1663 erbaut wurde. Der Predigt lag Matthäus 7,3-5 zugrunde:

„Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge und nimmst nicht wahr den Balken in deinem Auge? Oder wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt, ich will dir den Splitter aus deinem Auge ziehen?, und siehe, ein Balken ist in deinem Auge. Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge; danach sieh zu, wie du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehst.“

Bezirksältester Holger Grasshoff ging in der Predigt intensiv auf die verstorbenen Seeleute der vergangenen Jahrhunderte ein. Sechs Diakone und der Bezirksjugendbetreuer vertieften in Co-Predigten die Gedanken des Bezirksältesten Grasshoff.

Der Gottesdienst bildete den Höhepunkt und gleichzeitig den Abschluss der Segelreise. Nach einer kurzen Nacht ging es am Freitag wieder mit vollen Segeln zurück nach Harlingen und mit dem Bus nach Hamburg.

Segelreise 2020

Dirk Weidner ist Initiator der Reise, die er im Rhythmus von zwei Jahren bereits zum dritten Mal organisiert hat. Die nächste Segelreise soll erst 2020 stattfinden, da mit dem Pop-Oratorium 2018 in Leipzig und dem Internationalen Jugendtag 2019 in Düsseldorf bereits zwei große Events für die jungen Christen bevorstehen.

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