Neuer Apostel für Bereich Ost ordiniert

Am Sonntag, 25. Februar 2024, feierte Stammapostel Jean-Luc Schneider einen Gottesdienst für Nord- und Ostdeutschland. Darin ordinierte er den bisherigen Bezirksältesten Helmut Kasper zum Apostel. Sein Arbeitsbereich erstreckt sich von der Ostseeküste bis an die Grenze Sachsens. Der Gottesdienst wurde in den gesamten Arbeitsbereich von Bezirksapostel Rüdiger Krause übertragen.

„Wir danken dem Bezirksältesten, dass er den Ruf angenommen hat“, so der internationale Kirchenleiter in seiner Ansprache zur Ordination. Die Aufgabe sei, die Botschaft Jesu Christi zu vermitteln. „Und die Botschaft ist ganz einfach: Christus sagt zu den Menschen ‚Kommt zu mir, ich liebe euch‘“. Gott wolle das ewige Leben schenken und „das muss der Apostel immer wieder darstellen: Die Liebe Gottes ist das ewige Leben zu geben“. Darüber hinaus gehe es darum, das Wort Gottes und seine Sakramente zu geben.

Gemeinde braucht starke Apostel

„In der heutigen Zeit braucht die Gemeinde einen starken Apostel, der Sicherheit vermittelt“, so der Stammapostel weiter. Dazu gehöre, zu tun, was man predige. Das Apostolat bestehe, weil die Apostel Gott vertrauen. „Sie haben ganz viele Geschwister, die vieles, viel besser machen können“. Geschwister motivieren, die Arbeit aufzeigen, für Einssein sorgen und darauf hinwirken, dass die Wiederkunft Christi im Mittelpunkt stehe, das sei wichtig.

Gesetzestreue mit Gottes Hilfe

Grundlage des Gottesdienstes war das Gleichnis Jesu vom Pharisäer und Zöllner. „Der Zöllner aber stand ferne, wollte auch die Augen nicht aufheben zum Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott, sei mir Sünder gnädig!“ (Lukas 18,13) Pharisäern sei es wichtig gewesen, Gottes Gesetze möglichst wortgetreu zu befolgen. Und dieser habe gewusst, dass ihm das mit Gottes Hilfe gelungen sei. Er habe Gott gedankt, dass er „nicht so sei, wie die anderen Leute“.

Den Nächsten lieben

Zöllner dagegen waren verachtet, galten als unrein und korrupt. Das Gesetz Moses konnten sie gar nicht respektieren, weil sie für die römische Besatzung arbeiteten. Oberflächlich betrachtet könne man meinen „es kommt gar nicht darauf an, ob ich das Gesetz einhalte oder nicht. Hauptsache ich bereue es und bin demütig, dann bekomme ich Gnade“, so der Stammapostel. Das habe Jesus nicht sagen wollen: „er wollte zeigen, das Gesetz sind nicht nur die Vorschriften. Der Sinn des Gesetzes ist die Nächstenliebe“. Und dieses Gesetz habe der Pharisäer nicht beachtet, weil er auf die anderen Menschen herabgeschaut habe. „Das Gesetz halten heißt nicht nur, die Vorschriften einhalten, sondern den Nächsten lieben“. Das Bibelwort zeige auf, „wie wir uns Gott gegenüber benehmen und zu ihm beten“.

Demütig sein

„Wir sollen demütig sein und nie vergessen, dass wir ein Geschöpf Gottes sind und Gott der Schöpfer ist.“ Natürlich müsse man sich Mühe geben und arbeiten. Es gebe viele Menschen, „die machen mehr als ich, die sind besser als ich und haben nicht, was ich habe“. Auch die beste eigene Leistung und Mühe verschaffe kein Anrecht. „Wir sind abhängig vom Schöpfer. Ohne seine Gnade haben wir gar nichts.“ Dessen sei sich der wahrhaft Demütige bewusst. „Wir brauchen die Gnade Gottes.“

Gott weiß mehr, kann mehr, versteht alles

„Er ist die Liebe und seine Liebe ist vollkommen. Also, vertraue ich ihm.“ Dieses Vertrauen sei eine Folge der Demut. Gott mache nie etwas Falsches – auch wenn wir Menschen das mitunter nicht verstehen würden. „Gott kann keinen Fehler machen, er ist vollkommen – auch wenn ich es nicht verstehe.“ Darauf nahm Stammapostel Schneider auch mit Blick auf den Tod des Apostels Krack im August 2023 Bezug: „Ich muss ganz ehrlich sagen, das ist und bleibt ein riesiges Fragezeichen: Warum hat der liebe Gott das so zugelassen. Es gibt einfach keine Erklärung. Da müssen wir ganz demütig sein und zugeben, ich kann den lieben Gott nicht verstehen.“

Der Demütige ist gehorsam

Jeder habe seine eigene Idee, wie man Gott gefallen könne. Das führe zu einer Selektion der Gebote oder dazu, dass man seine eigenen Regeln aufstelle: „Wenn du Gott wohlgefällig sein willst, musst du seinen Willen tun.“ Konkret bedeute das, das Evangelium Christi in seiner Interpretation durch das Apostolat umzusetzen. Der Demütige mache sich dabei nicht selbst zum Maß, er bitte Gott „sei ihnen gnädig, wie du mir gnädig bist“.

Am Heil des Nächsten arbeiten

Gott arbeite am Heil des einzelnen Menschen im Gottesdienst. „Gott will heute an deiner Seele arbeiten und an deinem Heil“, das sei das Eine. Das Andere sei die Berufung, „am Heil unserer Mitmenschen zu arbeiten“. Das könne man unabhängig von der eigenen Situation tun, durch Fürbitte, durch Vorbild „und durch unser Handeln“.

Weitere Predigtbeiträge kamen von Bezirksapostel Michael Deppner (Kongo) und Apostel Martin Schnaufer (Süddeutschland). Der Gottesdienst wurde in den gesamten Arbeitsbereich von Bezirksapostel Rüdiger Krause übertragen. Für weit entfernte Gebiete, wie zum Beispiel der Mongolei oder zentralasiatische Gebiete, wurde eine Aufzeichnung angefertigt.

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